“Saron” heißen die Metallophone im javanischen Gamelan. Zum Teil sind das schwere massive Metallplatten, die auf einem Holzresonanzkörper mit Metallstiften befestigt sind. Ein Bild sagt bekanntlich mehr …

Saron - javanisches Metallophon
Krautgamelan Saron – Kampongstyle

Zwecks Spieltechnik: Damit es keinen Klangbrei gibt, sollte die zuletzt geschlagene Klangplatte beim Anschlag der folgenden gedämpft werden. Die Dämpfhand folgt somit der Schlaghand. Ein Video gefällig?

Klangbeispiel unseres Saron mit kleiner Reminiszenz an unsere Heimatstadt, gefolgt von einem Übergang Gangsaran zu Bendrong (P.S. bei Gamelanmusik lohnt die Nutzung von Kopfhörern, Subwoofern, Stereoanlage, etc.)

Die Herkunft unserer Saron (wir haben zwei) ist uns nicht klar. Sie gelangten über folgenden Weg in unser Wohnzimmer: In den 70er Jahren kauften meine Eltern von einem fliegenden Händler dieses Saronpaar an der Haustür in Jakarta. Nach der Rückkehr nach Deutschland standen sie lange Jahre im Keller.  2015 habe ich sie wieder hergerichtet, die Klangplatten sortiert und neu auf den Resonanzkörper aufgelegt. Ihr Klang entspricht dem javanischen pelog Tonsystem. Da ich es nicht wage, die Klangplatten zu stimmen, sind die beiden Saron die tonale Messlatte unseres Gamelan. Fast alle Instrumente sind nach ihnen gestimmt.

Unser Freund und javanischer Gamelanguru Drs. Agus Tartoe (Pak Gus) amüsierte sich köstlich über die Größe der Instrumente. Sie seien wohl eher als Peking (das kleinste und höchste Metallophon im Gamelan) geeignet.

Wir sind allerdings ganz froh, dass sie so klein sind, schließlich ist Platz etwas, womit man in München doch eher sparsam umgeht. Außerdem tragen sich kleine Instrumente leichter als große.

“Augen auf bei der Instrumentenwahl”